Unwetter mit Extremhochwasser in Neuenstadt

Land unter am Kocher in Kochertürn

Land unter am Kocher in Kochertürn

Unwettereinsätze mit nachfolgendem Extremhochwasser in Neuenstadt
Einsatz der Feuerwehr Neuenstadt vom 29.05. bis zum 31.05.2106
Das Unwetter kam in der Nacht von Sonntag, dem 29.05. auf Montag, den 30.05. aus dem Hohenlohischen über Neuenstadt und entlud Wassermassen bis zu 150l auf den Quadratmeter. Die Pegel der bereits gut gefüllten Flüsse Kocher und Brettach stiegen zu Rekordmarken an und übertrafen die bisherigen Höchststände der vergangenen Hochwasser. Auch die sonst harmlosen Bäche Sulzbach und Dahbach stiegen zu reißenden Flüssen an und bescherten in Cleversulzbach und Neuenstadt Überflutungen von Straßen und Kellern. Betroffen vom Hochwasser war sogar die Feuerwehr Neuenstadt in der Schafgasse selbst, sowie die der Bauhof und die Stadtwerke. Der Dahbach überflutete das Areal um den Bauhof und drang in die Räume ein. Fahrzeuge und Geräte konnten weitgehend gerettet werden. Einen größeren Schaden aber gab es im Untergeschoß des Betriebsgebäudes von Bauhof und Stadtwerken, welches vollkommen mit Wasser volllief. Dabei wurde das Lager, die Sozialräume, Heizung, Elektroverteilung und EDV zerstört.
Straßenüberflutungen in Neuenstadt in der Schafgasse, in der Manggasse, die Gemeinde-verbindungsstraße nach Kochertürn, sowie die Bahnhofstraße in Kochertürn, erschwerten die Zugänglichkeit zu den Einsatzstellen für die Feuerwehr sowie für den Rettungsdienst. Das musste auch ein Feuerwehrmann erfahren, der mit einem unter Spannung stehenden Mast einer Straßenlaterne in Berührung kam und schnellstens ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Nach Hinweisen aus den Nachbargemeinden im Kreis Hohenlohe, besetzte die Feuerwehr Neuenstadt bereits am Sonntag um 21:30 Uhr das Feuerwehrhaus in Neuenstadt mit einer Führungsgruppe und richtete sich auf die bevorstehende Unwetterlage ein. Dabei wurde festgestellt, dass die Telefon- und Faxanlage ausgefallen war, was im Unwettermodus zu erheblichen Schwierigkeiten führen würde, da Einsätze aus der Leitstelle nur noch über Fax übertragen werden können. Mit der Leistelle konnte vereinbart werden, dass alle Alarme im Unwettermodus über auf ein Mobiltelefon im Führungshaus Neuenstadt gemeldet werden. Über 60 Einsätze im Unwettermodus wurden von der Feuerwehr abgearbeitet. Dazu kam noch ein Brandalarm über die automatische Brandmeldeanlage eines Industriebetriebes sowie ein Rettungseinsatz bei dem ein PKW besetzt mit 2 Personen in Cleversulzbach in die Fluten fuhr und stecken blieb.
Der erste Einsatz kam um 23:27 Uhr für die Abteilung Stein/Kochertürn, um Möbel aus der Mühle in Kochertürn in Sicherheit zu bringen. Danach ging es Schlag auf Schlag bis Montagabend 22:30 Uhr. Die Einsatzkräfte versuchten Ihr Bestes zu geben und wurden nicht müde möglichst viele Einsatzstellen gleichzeitig zu bedienen. Jedoch für derartige, großflächige Schadensereignisse kann keine Feuerwehr gerüstet sein. Wartezeiten und Verzögerungen sind hier nicht zu vermeiden. Und manchmal wünscht man sich als Feuerwehr auch mehr Vernunft der Autofahrer und weniger Überschätzung der Technik der Fahrzeuge. Denn mancher Einsatz wäre zu vermeiden gewesen, wenn man nicht versucht hätte, kniehohes Wasser zu durchfahren. Die Fahrzeuge blieben dann meist stecken und lösten einen Rettungseinsatz der Feuerwehren aus, der wiederum viele Einsatzkräfte und Fahrzeuge band.
Am Dienstagabend wurden, nach dem Feierabend der Feuerwehrangehörigen, die letzten Einsatzstellen abgearbeitet und Fahrzeuge und Geräte auf die bevorstehenden kommenden Einsätze gerüstet. Und das war gut so, denn am Freitagabend und am Samstagmorgen kamen schon die nächsten Einsätze. Am Samstag waren auf der BAB 81 bei Neuenstadt drei PKW infolge Starkregen und Aquaplaning verunglückt.
Die Feuerwehr bedankt sich bei der Stadtverwaltung Neuenstadt, allen voran Herrn Bürgermeister Heuser für die sehr gute Zusammenarbeit, sowie den Mitarbeitern im Bauhof, den Stadtwerken und der Straßenmeisterei.
Ein großes Lob und Dank gebührt den Mitgliedern der Feuerwehr Neuenstadt, die zeitweise 24 h am Stück unermüdlich im Einsatz waren sich dabei oftmals auch selbst in Gefahr bringen mussten, um den Mitbürgern zu helfen.
Hartmut Schaffroth, Feuerwehrkommandant

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